Das Imkerjahr – Arbeit mit den Bienen in jeder Jahreszeit
Viele Menschen sehen am Ende vor allem das fertige Glas Honig. Was oft verborgen bleibt: Hinter jedem Glas steckt ein ganzes Jahr sorgfältiger Arbeit, regelmäßiger Kontrollen und viel Verantwortung für die Bienenvölker.
Die Imkerei ist keine Tätigkeit, die nur im Frühling oder zur Honigernte wichtig wird. Ein Bienenvolk wird über das gesamte Jahr begleitet – von der Auswinterung im Frühjahr über die Schwarmzeit und Honigernte bis zur Varroa-Behandlung, Einfütterung und Einwinterung im Herbst und Winter.
Wer Bienen hält, arbeitet mit der Natur und muss sich nach Wetter, Blütezeit und Entwicklung der Völker richten. Genau das macht die Imkerei so faszinierend, aber auch so arbeitsintensiv.
Welche Arbeiten fallen im Imkerjahr an?
Frühjahr: Entwicklung, Kontrolle und Vorbereitung
Im Frühjahr beginnt für Imkerinnen und Imker eine besonders wichtige Phase. Dann wird geprüft, wie die Bienenvölker aus dem Winter gekommen sind, ob ausreichend Futter vorhanden ist und wie sich Brut und Volksstärke entwickeln.
Außerdem werden Böden gereinigt, alte Waben nach und nach ersetzt, Honigräume vorbereitet und die Völker bei Bedarf erweitert. Schon in dieser Zeit zeigt sich, wie entscheidend regelmäßige und sorgfältige Kontrollen für gesunde und leistungsfähige Bienenvölker sind.
Frühsommer: Schwarmzeit und Honigernte
Von Mai bis Juli ist in der Imkerei Hochsaison. Jetzt müssen die Völker eng begleitet werden, weil die Schwarmzeit beginnt, Honigräume aufgesetzt werden und je nach Tracht die ersten Honigernten anstehen.
In dieser Zeit gehören Schwarmkontrollen, Ablegerbildung, Erweiterung der Völker und die Honigernte zu den wichtigsten Aufgaben. Nach dem Schleudern folgen weitere Arbeitsschritte wie Sieben, Rühren, Abfüllen und die sorgfältige Lagerung des Honigs.
Spätsommer und Herbst: Gesundheit sichern und Winter vorbereiten
Nach der Ernte beginnt einer der wichtigsten Abschnitte im Bienenjahr. Jetzt stehen vor allem die Varroa-Behandlung, die Kontrolle des Gesundheitszustands und die Einfütterung für den Winter im Mittelpunkt.
Zusätzlich werden Zargen reduziert, Waben kontrolliert, altes Material aussortiert und die Beuten für die kalte Jahreszeit vorbereitet. Ziel ist es, dass die Bienenvölker stark, gesund und mit ausreichenden Vorräten in den Winter gehen.
Winter: Kontrolle, Behandlung und Vorbereitung
Auch im Winter ruht die Arbeit nicht vollständig. Zwar werden die Bienenvölker nun möglichst wenig gestört, doch äußere Kontrollen, Arbeiten am Material und notwendige Maßnahmen im brutfreien Zustand gehören weiterhin dazu.
In dieser Zeit werden unter anderem Rähmchen vorbereitet, Wachs verarbeitet, Ausrüstung repariert und das kommende Bienenjahr geplant und vorbereitet. So ist die Imkerei tatsächlich eine Aufgabe, die zwölf Monate im Jahr Aufmerksamkeit verlangt.